Die Heiligen drei Königinnen sind im Supermarkt und es geht…? natürlich um die Wurst! Ist ja klar.
Kostümbildner Roland und Sven Rudat, der dynamische Newcomer-Regisseur, haben die Schauspielerinnen Helen, Elke und Haruki in den Grundfarben gekleidet:
RGB – wie die Farben, aus denen alles entsteht.
Und die Farben von Lidl.
Dramaturgin Astrid Schwarz steht ganz hinter der political message des Textes, das Komponist*innen Duo Laurenz und Larissa Lorenz schafft zauberhafte Atmosphären (aka immersive Klangkunst) und Techniker Steff macht einen guten Job. Dennoch ist die Theatergruppe dauernd im Konflikt… aber was soll’s! Es geht ja schließlich um die Wurst!
Und alles hat ein Ende. (Alles?)
Doch dann stehen wir plötzlich am Anfang: Der Zauber ist weg.
Die Inszenierung ist auch weg. Was kommt jetzt?
Ohne dass Betroffene über Diskriminierungserfahrungen sprechen, kommen wir nicht weiter. Aber die Entscheidung die eigene Geschichte zu teilen, muss jede selbst treffen. Wir müssen für uns selbst sprechen dürfen aber wir müssen auch für uns selbst sprechen wollen.
Welche Zuschreibungen können wir ablegen und welche nicht? Wer kann mit wem die Rolle tauschen und wer kann es mit wem eben nicht? An welchen Stellen entscheidet wer, was nicht in Ordnung ist, wer was darf und wer wer sein darf, soll oder muss?
Dafür spielt der Abend mit den künstlerischen Prinzipien der Rolle und der Inszenierung. Mit dem Zustand des Unbehagens und Misstrauens und der Erwartungshaltung des Publikums und mit der Freiheit der Künstler*innen. O-Töne aus sensiblen Interviews mit dem Team werden mit bildgewaltiger Performance Art gepaart.
power over beschreibt ein Weltbild, in dem Menschen dadurch an Macht/Kraft gewinnen können, dass andere Menschen weniger Macht/Kraft besitzen. Es liegt also ein endliches Bild von Macht/Kraft zugrunde.
power with geht hingegen von Macht/Kraft als einer unendlichen Ressource aus und davon, dass wir Macht/Kraft gemeinsam erschaffen können.
Embrace the Suck dekonstruiert den Theaterabend selbst als Beispiel für Strukturen, in denen Regeln, Rollen, Machtverhältnisse sowie Zuordnung und Aufteilung von Räumen stattfinden.
Wir versuchen nicht zu verändern, wir akzeptieren und halten, was ist.
Content Note – Hinweis zu sensiblen Inhalten: In dieser Theaterperformance werden körperliche, seelische und sexualisierte Gewalt, Tod, Rassismus, Sexismus, Homo-/Inter-/Transfeindlichkeit, Klassismus und weitere Diskriminierungsformen sowie Privilegien thematisiert.
Wir haben "ETS" 8x gespielt in/am/bei:
Barnes Crossing Köln, FFT Düsseldorf, HochX Theater München
Credits
Besetzung
Haruki: Hicran Demir
Elke: Elisa Oehme
Helen: Naomi Abukha
Sven Rudat: S. Rudat
Astrid Schwarz: Nina Weber
Laurenz Lorenz: Jakob Lorenz
Larissa Lorenz: Theresa Hupp
Steff: Jan Widmer
Funktionen
Regie & Künstlerische Leitung: S. Rudat
Dramaturgie & Produktionsleitung: Nina Weber
Sound & Audiokomposition: Jakob Lorenz
Visuelle Kommunikation & Ton: Theresa Hupp
Licht & Technik: Jan Widmer
Kostüm & Bühnenbild: Johannes Frick, Dorothea Mines
Produktionsassistenz: Elisabeth Helene Sperfeld
Theaterautorin: Anah Filou
Recherche Masken & Material: Luzie Ackers
Fotografie: Oliver Stroemer
Eine Produktion von S. Rudat & das (i)dentityteam in Koproduktion mit Barnes Crossing Köln und FFT Düsseldorf.
Gefördert durch die Konzeptionsförderung des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, die Kunststiftung NRW und die Stadt Köln.